Pappköpp gratulierten Menüservice mit heiteren krieewelschen Szenen
Vor 50 Jahren verbreitete sich vom Caritasverband Krefeld aus eine Idee in die gesamte Caritas-Familie in Deutschland sowie in Westdeutschland generell: Der Lieferservice eines warmen Mittagessens für Senioren direkt an die Haustür. Der Fahrbare Mittagstisch der Caritas Krefeld nahm im September 1961 seine Arbeit auf. Die Caritas feierte dieses besondere Jubiläum jetzt mit einem Festakt mit den Krieewelschen Pappköpp im Hansa-Haus.
Caritas-Geschäftsführer Hans-Georg Liegener begrüßte die rund 150 Gäste – unter ihnen Oberbürgermeister Gregor Kathstede, weitere Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie Geschäftspartner, Förderer und einige ausgeloste Kunden – zum Festakt „50 Jahre Fahrbarer Mittagstisch“ im Hansa-Haus und gab eingangs einen kurzen historischen Rückblick: Die Idee eines Mahlzeiten-Lieferdienstes für Senioren wurde in Krefeld vor 50 Jahren nach dem britischen Vorbild „meals on wheels“ geboren. Krefelder Politiker waren zu einer Informationsreise in England und brachten diese Anregung mit über den Kanal. Vor allem setzte sich Lore Cattepoel für die Gründung eines solchen Dienstes in Krefeld ein. Mit Unterstützung der Verwaltung und durchaus zweigleisig gewollt entstanden fast parallel der „Fahrbare Mittagstisch des Caritasverbandes Krefeld“ und „Essen auf Rädern“ des Vereins für Haus- und Krankenpflege. „Wir sind natürlich ein wenig stolz darauf, dass der Caritasverband Krefeld der erste Verband in der Caritas-Familie in Deutschland war, der einen Mahlzeiten-Lieferservice angeboten hat“, sagte Liegener beim Jubiläumsfest.
Oberbürgermeister Gregor Kathstede gratulierte zum Jubiläum und bedankte sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für das tägliche Engagement, das oft über die reine Essenlieferung hinaus gehe. Schließlich seien die Mittagstisch-Auslieferer für manche Senioren der einzige Sozialkontakt am Tag. Auch er sei stolz darauf, dass vor 50 Jahren von Krefeld aus eine solche Unterstützungsleistung bundesweit eingeführt worden sei.
Das 50-jährige Bestehen nahm der Fahrbare Mittagstisch der Caritas auch zum Anlass, einmal denjenigen zu danken, die vor allem während des gerade begonnenen Sitzungskarnevals jedes Jahr fleißig für die beiden Mahlzeiten-Dienste sammeln. „Die große Gala-Sitzung ,Wohltun und Freude spenden‘ der Bürgergesellschaft Stadtmitte unter der Leitung von Gabriele Leigraf ist aus dem gesellschaftlichen Leben in Krefeld nicht mehr weg zu denken und trägt jedes Jahr dazu bei, dass wir über Spendenmittel verfügen, um bedürftige Senioren mit einer warmen Mahlzeit versorgen zu können. Dafür ein herzliches Danke-schön“, sagte Hans-Georg Liegener. Er freute sich, Gabriele Leigraf sowie Klaus Jürgen Wiewrodt und Sammlerin Vanessa Grazin beim Festakt persönlich begrüßen zu können. Für die Bürgergesellschaft gratulierte Leigraf dem Fahrbaren Mittagstisch und überreichte einen Geburtstagsscheck.
Mit 30 Essen, die im St. Josefs-Krankenhaus, im Paulystift und im Kloster an der Poststraße (heute Schwanenmarkt) gekocht wurden, begann die Caritas den neuen Dienst im September 1961. Vier Autobesitzer hatten sich bereit erklärt, ehrenamtlich das Essen auszufahren. Die warme Mahlzeit wurde an fünf Tagen in der Woche gebracht und kostete inklusive Lieferung eine D-Mark. Schon bald überstieg die Nachfrage das Angebot und ein Jahr später plante die Caritas ein „Haus der Altenspeisung“ an der Schneiderstraße. Dort entstand eine Zentralküche, ein Speiseraum für etwa 30 Personen sowie weitere Räumlichkeiten für das Personal und das Frauen- und Witwenwerk. 1964 konnte dieses Haus eröffnet werden. Kontinuierlich stieg die Zahl der Essensportionen an. 1981 – nach 20 Jahren – hatte der Caritas-Mahlzeiten-Dienst etwa 155 Kunden; 1991 waren es 250 Kunden in Krefeld und 135 in Meerbusch, denn seit 1989 lieferte der Caritasverband Krefeld auch in Meerbusch Essen aus.

Kontinuierlich haben die Zahl der Mahlzeiten-Kunden und die Auswahlmöglichkeiten zugenommen. Heute ist der Fahrbare Mittagstisch der Caritas Krefeld mit täglich rund 400 Kunden der Marktführer in der Region. Mit zwölf Fahrzeugen sind etwa 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz. Natürlich wird heute auch am Wochenende und an Feiertagen geliefert. Die Kunden können zwischen acht Menüs wählen, darunter sind auch Sonderkostformen zum Beispiel für Diabetiker. Die Mahlzeiten werden nicht mehr in einer Caritas-Küche gekocht, sondern von der regionalen Traditionsfirma „Sauels Frisch-Menü“ zubereitet. Das ermöglicht eine größere Auswahl. Ausgeliefert wird das warme Essen heute nicht mehr in „Henkelmännern“, sondern in Thermo-Boxen. Die Bestellung erfolgt wahlweise schriftlich beim Zusteller oder übers Internet. Unter www.caritas-krefeld.de finden sich online die Menüpläne der nächsten Wochen.
Am Tag des Festaktes lud die Leiterin des Fahrbaren Mittagstisches, Maria Bönners, alle ihre Kunden zu einem Gratis-Menü ein. Außerdem wurden unter den Kunden Karten für die Jubiläumsfeier mit den „Pappköpp“ verlost. So amüsierten sich 25 Senioren genauso wie die anderen Gäste über die heiteren krieewelschen Szenen aus Krefelds Küchen und Häusern. Der Selbstversuch von Matthes als Koch und auch das Gespräch von Opa Angermanns und Enkel Drickes an „dä Eätesdüesch“ sorgten für viele Lacher. Gemeinsam mit dem Festpublikum studierte Pappköpp-Kantor Josef Schwalbach einen eigens komponierten Kanon „He-jo Fahrbarer Mittagstisch“ ein. Mit Pralinen und Gerstensaft bedankten sich Hans-Georg Liegener, Georg De Brouwer (Caritas-Sachbereichsleiter für Ambulante Dienste) und Maria Bönners bei den Pappköpp für das gelungene Programm. Bei den abschließenden Häppchen ließen die Gäste noch so manche heitere Szene Revue passieren.

Info: Wer sich für den Fahrbaren Mittagstisch interessiert, erreicht Leiterin Maria Bönners unter der Rufnummer 02151 / 63 95 55. Informationen auch im Internet unter www.caritas-krefeld.de











