URL: www.caritas-krefeld.de/aktuelles/presse/drogenkonsumraum-bringt-kosten-aber-kaum
Stand: 07.11.2017

Pressemitteilung

Drogenkonsumraum bringt Kosten, aber kaum Änderung auf Theaterplatz

Für die Caritas als größter Träger in der ambulanten Suchthilfe in Krefeld stellt sich zunächst die Frage, mit welchem Ziel ein Drogenkonsumraum eingerichtet werden soll. Wenn das primäre Ziel eine Veränderung der Situation auf dem Theaterplatz sei, ist die Caritas da sehr skeptisch. "Wir machen uns da keine Illusionen: Ein Drogenkonsumraum wird kaum dazu führen, dass sich auf dem Theaterplatz die Menschen, die allgemein als ,die Szene‘ bezeichnet werden, nicht mehr aufhalten", erklärt Caritas-Vorstand Hans-Georg Liegener. Denn diese Personen würden sich auf dem Theaterplatz auch zum Austausch treffen, zum Erzählen und um gemeinsam vielleicht etwas zu trinken. "Das ist in Deutschland zum Glück nicht verboten und lässt sich nicht verhindern", sagt Liegener.

Die Caritas betreibt in Krefeld verschiedene Suchthilfe-Angebote wie die Beratungsstelle für Alkohol- und Drogenfragen, das Café Pause, Streetwork, die Notschlafstelle, die Suchtvorbeugung und in Kooperation mit der Diakonie das Medi-Mobil. Ein Drogenkonsumraum, dessen Kosten pro Jahr je nach Öffnungszeiten und Platzangebot schnell in einem hohen sechsstelligen Bereich liegen können, wendet sich an Personen, die illegale Drogen konsumieren. "Die Mehrheit der suchtmittelabhängigen Menschen hat eher Probleme mit Alkohol, Cannabis oder Aufputschmitteln", informiert Ute Kaber, Leiterin des Sachbereichs für Alkohol- und Drogenhilfe bei der Caritas. Der Drogenkonsumraum wäre also ein Angebot für einen relativ kleinen Personenkreis. "Mit Blick auf die Anzahl der Menschen, die dieses Angebot nutzen würden, und die Kosten dafür halten wir die Einrichtung eines Drogenkonsumraumes in Krefeld nicht für verhältnismäßig", sagt Liegener.

"Ein Drogenkonsumraum ist für mich eher ein ,nice to have'  als ein ,must have' in unserer Stadt. Für dieses Geld ließe sich eine Reihe von Aufgaben - wie auch im Suchthilfekonzept niedergeschrieben - verwirklichen", erklärt Kaber, die seit 34 Jahren in der Drogenhilfe in Krefeld arbeitet.

Ein Drogenkonsumraum werde die Lage am Theaterplatz oder eines anderen Platzes nicht grundlegend ändern. Die Caritas würde lieber mehr Geld für Beratung und Prävention einsetzen als für die Einrichtung eines Konsumraumes.